Wie ein Konflikt entsteht

Fotolia_2MännerKonflikte sind ein Teil unseres Zusammenlebens. Werden sie verdrängt statt bearbeitet, können sie eskalieren und in unproduktiven Auseinandersetzungen ausgelebt werden.

Konflikte können aber allen Beteiligten Chancen bieten, neue Sichtweisen kennen zu lernen und im besten Fall zu neuen, kreativen Lösungen zu kommen.

Ein Konflikt tritt ein, wenn Unterschiede zwischen Menschen im Fühlen, Wollen und Handeln nicht mehr im Gespräch gelöst werden können. Eine Meinungsverschiedenheit ist noch kein Konflikt. Erst wenn hinter der anderen Meinung böse Absicht vermutet wird, Behinderung unterstellt wird oder die Vermutungen über die „wahren Gründe“ nie angesprochen werden, entsteht ein Konflikt.

Was sind die Treiber eines Konflikts?

Zentrale Themen im Konflikt sind Gefühle und Bedürfnisse. Im Konflikt sind das unangenehme Gefühle wie Wut, Angst oder Hilflosigkeit. Diese Gefühle sind dazu angelegt, uns zum handeln zu zwingen – viele Menschen zögern aber mit konkreten Handlungen so lange, bis die unbearbeiteten Gefühle ernsthafte Probleme verursachen.

Bedürfnisse sind unser eigentlicher Antrieb. Alles, was wir tun, tun wir aufgrund von Bedürfnissen. Im Konfliktfall prallen die unerfüllten Bedürfnisse der Konfliktparteien aufeinander und äußern sich in unangenehmen Gefühlen. Wir sind kulturell heute so geprägt, dass wir versuchen, alle Konflikte auf der Sachebene klären zu wollen und primär die „Schuldigen“ zu suchen.

Wie verhindere ich weitere Eskalation?

Mediation sucht nicht nach Schuld oder objektiver Wahrheit, sondern interessiert sich für die subjektiven Sichtweisen der Konfliktparteien, für deren Bedürfnisse und Interessen.

Je mehr sich ein Konflikt verhärtet, umso simpler verlaufen die zugehörigen Denkprozesse. Annahmen werden Wirklichkeiten, der Konfliktgegner wird zum Feindbild. Ohne Unterstützung durch einen neutralen Dritten wird die Chance auf sinnvolle Lösung des Konflikts immer geringer.


Stufen der Konflikteskalation

(nach F. Glasl, Politikwissenschaftler und Organisationsentwickler aus Österreich)

 

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Quelle Abbildungen: Projektmanagement – Zertifizierung nach IPMA(3.0)-Ebenen D und C. Compendio Verlag