Ablauf einer Mediation

  1. Erstgespräch (kostenlos)

    Hier werden die Eckpunkte besprochen, wie z.B. erster Überblick über den Konflikt, wieviele Beteiligte müssen berücksichtigt werden, wie viel Zeit in welchen Abständen kann für die Mediation aufgebracht werden (meist reichen 3-5 Sitzungen zu je 1-2 Stunden), ist mit einer freiwilligen Teilnahme der Betroffenen zu rechnen, etc.
    Es ist meine Aufgabe zu prüfen, ob der Konflikt durch Mediation bearbeitet werden kann, oder nicht.

  2. Einführungsphase

    Klärung der Rahmenbedingungen durch die Mediatorin: ist juristische Beratung zusätzlich notwendig, wo findet die Mediation statt.
    Erklären der „Spielregeln“ einer Mediation
    Für die Klienten:   Freiwilligkeit, Eigenverantwortlichkeit der Medianten, Einhalten von Gesprächsregeln, aktive Mitarbeit und Offenheit in der Kommunikation, Vertraulichkeit.
    Für die Mediatorin:  Allparteilichkeit (nimmt alle Klienten gleichermaßen ernst und wichtig), Vertraulichkeit, Anhörung aller Beteiligten, Unterstützung bei der Klärung von Positionen und Bedürfnissen, Protokollierung der Sitzungen.

  3. Informations- und Themensammlung

    Hier beginnt die konkrete Arbeit am Konflikt. Die Sichtweise der Teilnehmer zum Konflikt wird einzeln erörtert, hier hakt die Mediatorin nur kurz ein, wenn Verständnisfragen zu klären sind, das Gespräch findet zwischen Mediatorin und jeweils einem der Klienten statt, die anderen hören zu und machen sich Notizen. Ziel ist es, am Ende gemeinsam eine Liste der Themen, die geklärt werden sollen zu verfassen und eine Reihenfolge für die Abarbeitung festzulegen.

  4. Bedürfnis- und Interessensklärung

    Das ist das Herzstück der Mediation. Die mit dem Konflikt verbundenen Interessen und Wünsche werden herausgearbeitet. Alles, was als Hintergrund zum offenen Streit von Bedeutung ist, soll zur Sprache kommen. Die Mediatorin ist bei der Erhellung des Konflikts behilflich, indem sie geeignete Fragen stellt und Hilfstechniken einsetzt. Die Kommunikation findet nun auch zwischen den Kontrahenten statt, die Mediatorin leitet dazu an und gibt Hilfestellung.

  5. Problemlösungen erarbeiten und bewerten

    Durch das verbesserte gegenseitige Verständnis ist nun aus dem „Konflikt“ ein „Problem“ geworden, das gemeinsam gelöst werden kann. Aufgabe der Mediatorin ist es in dieser Phase, die Teilnehmer durch Einsatz verschiedener Techniken eine Vielzahl von Lösungsmöglichkeiten entwickeln zu lassen, die möglichst viele Bedürfnisse der Teilnehmer abdecken. Gemeinsam bewerten die Teilnehmer dann die Lösungen nach Machbarkeit.

  6. Vereinbarung schliessen

    Die gemeinsam beschlossenen Lösungen werden in einer Vereinbarung so zusammengefasst, dass die Umsetzung auch realistisch ist. Es werden sowohl Verantwortlichkeiten als auch Termine für die Umsetzung festgelegt. Die Vereinbarung wird von den Teilnehmern unterschrieben und ist damit verbindlich.

  7. Nachbearbeitung/Überprüfung (optional)

    Ein Termin nach einigen Monaten ist oft sinnvoll, um die Umsetzung der Vereinbarung zu überprüfen, eventuelle Änderungen zu diskutieren und einen nochmaligen Austausch im geschützten Rahmen zu ermöglichen.